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Unternehmen

DWE — Deggendorfer Werft und Eisenbau.

Historische Aufnahme der Deggendorfer Werft und Eisenbau aus dem Gründungsjahr 1924

Mehr als 100 Jahre Erfahrung. Rund 400 Menschen. Ein Standort, der Engineering, Fertigung, Qualitätssicherung und Service vereint. DWE steht für industrielle Lösungen — von der klassischen Chemie über Raffinerie- und Power-to-X-Anwendungen bis zu Fusionsforschung und Defence.

Ein Standort, immer wieder neu erfunden

Die Geschichte von DWE ist eine Geschichte permanenter Wandlungsfähigkeit. Was 1924 als Werft an der Donau begann, hat sich über ein Jahrhundert hinweg mehrfach neu ausgerichtet — vom Schiffbau über den Baggerbau bis zum Bau chemischer Reaktoren, die den Standort heute weltweit auszeichnen. Konstant blieb dabei eine Kernkompetenz: die Fertigung großer, präziser, geschweißter Stahlkomponenten. Diese Fähigkeit, sich mit den industriellen Anforderungen der jeweiligen Zeit weiterzuentwickeln, prägt DWE bis heute — und macht den Standort zu einem Partner für Branchen im Wandel.
Von der Werft zum Reaktorbau – Meilensteine

Die Anfänge (ab 1924)

Am 6. März 1924 wird die Deggendorfer Werft und Eisenbau gegründet — zunächst für den Bau und Umbau von Binnenschiffen. In den folgenden Jahrzehnten entstehen Fahrgastschiffe, Fähren und Frachtschiffe; 1958 entwickelt der Standort als erste Werft der Welt die längsgeteilte Klappschute, die als HYDROKLAPP® weltweit bekannt wird.

Der Einstieg in den Apparate- und Reaktorbau (ab 1950)

1950 entsteht die Abteilung Behälter- und Apparatebau — der Grundstein des heutigen Geschäfts. 1955 wird der erste Reaktor gebaut: ein Kontaktofen mit 3.700 Rohren. Aus diesem Anfang wächst über konsequente Weiterentwicklung, Forschung und Patente die Reaktorkompetenz, die DWE zum Weltmarktführer machen wird.

Baubeginn des eigenen Versuchslabors und Technikums (ab 1983)

1983 beginnt der Bau des eigenen Versuchslabors und Technikums mit Pilotreaktoren — die Grundlage für die gemeinsame Prozessentwicklung mit Kunden und Lizenzgebern.

Technologieführerschaft im Salzbadreaktor (ab 1994)

1994 liefert DWE den weltweit ersten druckfesten Salzbadreaktor der Welt. Die Reaktoren werden kontinuierlich größer und leistungsfähiger; parallel etabliert sich ab 1996 mit den ersten FCC-Anlagenprojekten das Geschäft mit Raffineriekomponenten.

Präzision für die Wissenschaft (ab 2003)

Die im Reaktorbau gewachsene Fertigungstiefe qualifiziert DWE für wissenschaftliche Großprojekte höchster Präzision. 2003 beginnt die Fertigung des Plasmagefäßes für den Fusionsreaktor Wendelstein 7-X; es folgen Komponenten für den ITER-Kryostaten, den KATRIN-Vakuumtank, Teilchenbeschleuniger am CERN und der Prüfstand für das Ariane- 5-Triebwerk.

Fokussierung und Energiewende (ab 2001)

2001 wird der Schiffbau eingestellt — DWE konzentriert sich vollständig auf Apparate-, Anlagen- und Reaktorbau. In den 2010er-Jahren rückt die Dekarbonisierung in den Mittelpunkt: 2012 entsteht der erste Reaktor für die größte CO2-basierte Methanisierungsanlage in Werlte, Deutschland, 2022 der Methanolreaktor für die EFuel- Anlage Haru Oni in Chile.

Auslieferung 800. Reaktor im Jahr 2023

Eigentümer und Zugehörigkeit

Über seine Geschichte war der Standort Teil verschiedener Industriekonzerne — von der Gutehoffnungshütte über die MAN-Gruppe bis zuletzt zu Everllence (vormals MAN Energy Solutions). Seit 2026 ist DWE als eigenständiges Unternehmen unter dem Dach der Münchner Beteiligungsgesellschaft Monacum Partners aufgestellt. Diese Eigenständigkeit eröffnet neue Spielräume, die technologische Kompetenz im Reaktor und Apparatebau gezielt weiterzuentwickeln und zu wachsen — auf derselben industriellen Substanz, die am Standort Deggendorf über Jahrzehnte gewachsen ist.

Verladung des 800. DWE-Reaktors am Donauhafen Deggendorf, 2023

Standort Deggendorf

Am Standort Deggendorf laufen Engineering, Fertigung, Prüfung und Dokumentation an einem Ort zusammen. Die direkte Lage an der Donau ist dabei mehr als historisch: Der Wasserweg erlaubt den Transport großer und schwerer Komponenten. Fertigungshallen und Krankapazitäten sind auf Bauteile bis 1.500 t und mehrere Meter Durchmesser ausgelegt — Dimensionen, die nur wenige Standorte weltweit beherrschen.

Menschen bei DWE

Rund 400 Menschen arbeiten in Deggendorf an Systemen und Komponenten, die weltweit für sicheren und zuverlässigen Betrieb stehen. Sie konstruieren, schweißen, prüfen und liefern — mit einem Qualitätsanspruch, der keine Ausnahme kennt. Diese Kombination aus über Generationen weitergegebenem Fertigungs-Know-how und der Bereitschaft, Lösungen ohne Vorlage zu entwickeln, ist das eigentliche Kapital des Standorts.

1924

Gründung der DWE, Deggendorfer Werft und Eisenbau

1950

Gründung Abteilung Behälter- und Apparatebau

1955

Bau erster Reaktor

1958

Erste Hydroklappschute weltweit

1960

Auslieferung 25. Reaktor

1970

Auslieferung 200. Reaktor

1974

Auslieferung 300. Reaktor

1983

Baubeginn Versuchslabor und Technikum für Pilotreaktoren

1985

Auslieferung 400. Reaktor

1987

Stapellauf des seinerzeit größten Flusskreuzfahrtschiffs Mozart

1994

Herstellung des weltweit ersten druckfesten Salzbadreaktors und Auslieferung des 500. Reaktors

2001

Einstellung des Schiffsbaus

2003

Herstellungsbeginn Plasmagefäß für das Fusionsexperiment Wendelstein 7-X Auslieferung 600. Reaktor

2012

Auslieferung der ersten Methanisierungsanlage

2013

Auslieferung 700. Reaktor

2023

Auslieferung 800. Reaktor

    Vision — Securing the Future

    DWE steht für industrielle Lösungen, die die Zukunft sichern: durch Versorgungssicherheit, technologische Souveränität, resiliente Energieversorgung und die Beherrschung hochkomplexer Anwendungen. Die Kompetenz, die über ein Jahrhundert im Bau von Schiffen, Apparaten und Reaktoren gewachsen ist, fließt heute in die Technologien der Energiewende und in Zukunftsfelder wie die Fusionsforschung. Heritage in heavy engineering. Built for transitions.